Brücken der Begegnung: Klientin trifft Tarek Al-Wazir

Im Rahmen unseres Projekts „Brücken der Begegnung“ kam es in Offenbach zu einem intensiven Austausch: Frau K., eine Klientin unseres Hauses, traf den Bundestagsabgeordneten Tarek Al-Wazir, früher hessischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Es war ein Gespräch, das nicht bei politischen Stichworten blieb, sondern bei einer Biografie ansetzte.
In wohnlicher Atmosphäre sprach K. offen über Erfahrungen von Diskriminierung, psychischer Erkrankung und sozialer Ausgrenzung. Sie beschrieb, wie sich Belastungen über Jahre im Alltag festsetzen können, bis sie irgendwann den ganzen Körper bestimmen. „Mein Körper hat geschrien“, sagte sie. Auch von dunklen Phasen war die Rede, von Suizidgedanken und dem Gefühl, keinen Wert zu haben. Gleichzeitig erzählte K. von dem Weg zurück, Schritt für Schritt, hin zu mehr Stabilität, Sinn und einer Perspektive.
Al-Wazir hörte aufmerksam zu und blieb nicht bei allgemeinen Bekundungen stehen. Er fragte nach, ließ Raum, hakte an Stellen nach, an denen es konkret wurde. Gerade dadurch entstand ein Gespräch auf Augenhöhe: nicht als Interview, nicht als Vortrag, sondern als gemeinsamer Versuch zu verstehen, was hinter Begriffen wie Teilhabe, Versorgung und Respekt im Alltag tatsächlich steht.

K. formulierte im Verlauf klare Erwartungen an die Politik. Es ging um eine bessere Versorgung, um faire Bezahlung, um echte Teilhabemöglichkeiten und um ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus. Al-Wazir nahm diese Impulse auf und betonte, wie wichtig solche Begegnungen für politische Entscheidungen sind, weil sie Erfahrungen sichtbar machen, die sonst leicht übersehen werden.
Am Ende stand ein gemeinsames Verständnis: Teilhabe beginnt mit Zuhören, und sie braucht Strukturen, die Menschen tragen, wenn es schwierig wird. K. arbeitet heute als Dolmetscherin und möchte perspektivisch in Teilzeit in der Baubranche tätig sein. Al-Wazir kündigte an, das Projekt „Brücken der Begegnung“ weiter begleiten zu wollen. Für uns ist das ein wichtiges Signal, weil es zeigt, was gelebte Demokratie im Kleinen bedeuten kann: ernsthaftes Interesse, Respekt und die Bereitschaft, Brücken nicht nur zu benennen, sondern zu bauen.